Der Apfelwickler

Der Apfelwickler ist ein starker Schädling der jedes Jahr unsere Gärten heimsucht und sich mit seinen Maden in vielen Früchten eingefressen hat. Die Früchte sind für den Frischverzehr damit ungenießbar.

 

Um den Apfelwickler (Obstmade) mit biotechnischen Hilfsmitteln einzuschränken, müssen wir Kenntnisse über die Schädlingsentwicklung haben.

Die Raupen überwintern unter Rindenschuppen am Stamm.

Hier kann die erste Bekämpfung erfolgen. Es ist die Stammpflege, die Mitte bis Ende Dezember erfolgen sollte. Um den Stamm wird eine Folie ausgebreitet, der Stamm wird mit einen Rindenkratzer oder mit einer Messingbürste von Rindenschuppen befreit. Die Rindenschuppen werden mit der Folie entsorgt. Damit haben wir einen Großteil der Maden entsorgt.

 

Eine zusätzliche biotechnische Maßnahme kann erfolgen, wenn wir den Stamm mit einem Stammweißmittel behandeln. Hiermit beugen wir gegen die gefährlichen Frostrisse und Frostplatten vor.

 

Die dämmerungsaktiven Falter erscheinen je nach Temperaturen Mitte Mai. Die Weibchen der ersten Generation legen durchschnittlichen 50 Eier an den jungen Früchte ab. Die geschlüpften Raupen fressen sich bis ins Kerngehäuse vor und verlassen als geschlechtsfähiger Falter im Juli den Apfel.

 

Hier kann die zweite Bekämpfung erfolgen.

Die Früchte in den sich die Maden des Apfelwicklers eingefressen haben, fallen mit dem natürlichen Junifall ab.

In den Früchten, die nicht aus dem Garten entsorgt wurden, kann sich der Apfelwickler für die zweite Generation, oder der überwinternden Generation entwickeln.

Maßnahme: Alle Früchte im Hausmüll entsorgen.

 

Eine weitere Bekämpfungsmaßnahme ist der Wellpappengürtel der Ende Juni angelegt werden sollte. Hier werden den Weibchen des Apfelwicklers Rindenschuppen vorgetäuscht. Mit einer zehntäglichen Entsorgung des Wellpappengürtels bis Mitte Oktober ist die dritte Bekämpfungsmethode abgeschlossen.

 

Als vierte Bekämpfungsmethode können Pheromonfallen nützlich sein.

Pheromone sind Sexuallockstoffe die die Männchen anlocken und auf dem vorhandenen Leim in der Falle festsetzten. Anwendungszeitraum Mai bis September.

 

Ein normaler Befallsdruck in einer Kleingartenanlage lässt sich nur über gemeinschaftlichen, regelmäßigen Maßnahmen erzielen.

 

 

Rainer Schmidt

Bezirksfachberater Hannover